Englisch

Titel: The Relic:
Erscheinungsjahr: 1995
ISBN-10: 0812543262
ISBN-13: 978-0812543261
Verlag: Tor Books
Erhältlich sowohl als Taschenbuch, als auch als Ebook.

Deutsch:

Titel: Relic: Museum der Angst
Übersetzer: k. A.
Erscheinungsjahr: 1997
ISBN-10: 3426603586
ISBN-13: 978-342660358
Verlag: Droemer Knaur
Erhältlich sowohl als Taschenbuch, als auch als Ebook.

Inhalt:

Nur wenige Tage bevor im berühmten New Yorker Museum for Natural History eine Ausstellung zum Thema „Aberglauben“ eröffnet werden soll, werden zwei kleine Jungen auf brutalste Weise ermordet.

Die Autopsien ergeben, dass der Täter kein Mensch sein kann …

Lieutenant D’Agosta steht vor einen Rätsel und die Museumsangestellten sind nur teilweise eine Hilfe. Gerüchte über ein Museumsmonster, das in den dunklen Kellern des Museums hausen soll, beginnen sich zu verbreiten. Unterstützung erhält D’Agosta von dem geheimnisvollem FBI-Agenten Pendergast aus New Orleans, der so gar nicht wie ein FBI-Agent wirkt.

Trotz der Morde und gegen den Ratschlag Pendergasts und D’Agostas planen die Direktoren des Museums die große Feier zur Eröffnung durchzuführen.

Währenddessen versucht die Wissenschaftlerin Morgan Green an ihrer Doktorarbeit zu arbeiten und wird zum einen durch ihre Freundschaft mit den Journalisten Will Smithback und durch ihren Doktorvater Professor Frock in die Ermittlungen hineingezogen.

Und dann steht der Abend der Ausstellungseröffnung bevor …

Rezension:

Der erste Pendergast-Roman und die Tatsache, dass ich das Buch bereits mehrfach gelesen habe, sagt wahrscheinlich schon einiges.

Aber ich sollte am Anfang anfangen. Vor Jahren habe ich im Fernsehen den Film gesehen und mochte ihn so sehr, dass ich mich auf die Suche nach dem Buch machte. Das Buch habe ich damals regelrecht verschlungen. Ich mag den Film auch heute noch, aber er hat eigentlich relativ wenig mit dem Buch zu tun, u.a. fehlt die Figur des Spezialagenten Pendergast völlig. Trotzdem, wenn der Film mal wieder im Fernsehen läuft, ist das oft für mich ein Grund das Buch erneut zu lesen.

Die Spannung im Buch baut sich langsam auf und fesselt einen immer mehr und mehr. Obwohl ich die Handlung inzwischen kenne und auch weiß, wie das Buch ausgeht, finde ich es trotzdem immer noch schwer, das Buch aus der Hand zu legen und lese es meistens an einem Wochenende durch, oft sogar in einer Nachtschicht.

Im ersten Moment liest sich die Handlung als zu fantastisch und überdreht, eine wilde Mischung aus Krimi, Science Fiction, Fantasy, Horror, Wissenschaft und einem Schuss Aberglauben, aber Douglas Preston and Lincoln Child schaffen es mit viel technischem Jargon, dass es glaubwürdig wirkt, ohne ins Unglaubwürdige abzurutschen. Und sie schaffen es auch, diesen Balanceakt bis zum Ende des Buches durchzuhalten. So ganz nebenbei gehen sie sogar noch auf Themen wie die Zerstörung der Regenwälder in Südamerika ein und was das für die Forschung bedeutet.

Wer Wert auf starke Charakterentwicklung legt, wird von dem Buch eher enttäuscht, denn der Fokus des Buches ist eindeutig die Handlung und der Spannungsaufbau. Trotzdem sind die Figuren, die auftauchen, egal ob Lieutenant D’Agosta, Margo Green, Bill Smithback, Special Agent Pendergast, Gregory Kawakita oder Professor Frock interessant und haben alle ihre Ecken und Kanten, die sie als Figuren recht plastisch und lebendig machen. Selbst Figuren, die als Widersacher auftauchen, haben Aspekte, die sie irgendwo, wenn nicht unbedingt sympathisch, dann doch real machen.

Ich fand es sehr interessant, dass eine der wichtigeren Figuren behindert ist und im Rollstuhl sitzt. So etwas ist gerade in Thrillern selten und markiert eine Figur eigentlich als ein Opfer, was hier nicht passiert.

Gut gelungen sind auch die Kontraste, die durch die Charaktere aufgebaut werden, besonders Special Agent Pendergast und Lieutenant d’Agosta, die gegensätzlicher fast nicht sein könnten und es trotzdem schaffen zusammenzuarbeiten. Gerade Pendergast ist als Figur extrem interessant, da er sehr rätselhaft wirkt und durch sein Verhalten, sein Wissen und seine Fähigleiten Unmengen an Fragen aufwirft. Als Leser will man einfach mehr wissen und hinter all die Rätsel kommen. Dadurch, dass die Autoren die meisten Fragen offen lassen, bauen sie noch zusätzlich Spannung auf.

Der Frauenquotient im Buch ist mit Margo Green und Lavinia Rickmann relativ niedrig. Aber gerade Margo Green ist nicht die typische Frauenfigur, die man in einem Thriller erwartet. Sie ist keine Society-Schönheit, die nur schreiend herumsteht, sondern eine Wissenschaftlerin, die maßgeblich zur Aufklärung des Falles beiträgt und auch nicht vor gefährlichen Situationen zurückschreckt. Und sich auch von den Männern in ihrem Umfeld sagen lässt, was sie zu tun und zu lassen hat, sondern ihren eigenen Weg geht.

Fazit:

Spannung pur! Und eine absolute Empfehlung für alle, die Thriller, Krimis oder Sachen wie düstere, sehr realistische Urban Fantasy und SF mögen.

Am besten ein Wochenende frei halten, es sich auf der Couch bequem machen und sich zusammen mit Agent Pendergast, D’Agosta, Margo Green und Smithback auf die Jagd nach dem Museumsmonster machen.

Übersetzung:

Da ich nur die englisch Ausgabe des Buches gelesen habe, kann ich zur Übersetzung nichts sagen. Muss aber gestehen, dass ich mich etwas über die Titelgestaltung gewundert habe. Warum diese Mischung aus dem englischen Originaltitel und einem deutschen Zusatz? Warum nicht einfach den englischen Titel The Relic nehmen, übersetzen und das Buch dann Das Relikt nennen?

Sehr amüsant fand ich, dass der Titel die deutsche Ausgabe laut Verlag Relic Museum der Angst  lautet, aber bei einigen Online-Buchhändlern die deutsche Papierausgabe unter Das Relikt Museum der Angst geführt wird und auch nur unter Das Relikt zu finden ist. Das Ebook hingegen wird bei der Suche nach Relic angezeigt.

Die Autoren:
Douglas Preston & Lincoln Child

Mögliche Bezugsquellen:

Die Buchhandlung vor Ort

Amazon.de Im Amazon Kindle-Shop ist auch das englische Ebook erhältlich.

Verlagsshop Droemer Knaur

Libri

buch.de

Thalia

2 Thoughts on “Rezension: Douglas Preston & Lincoln Child: (The) Relic / Relic: Museum der Angst (Pendergast #1)

  1. Ja, wirklich ein gutes Buch. Margo mochte ich nicht so, kann aber jetzt in der Rückschau nicht mehr so genau sagen, warum eigentlich. Hmm, könnte ich mal wieder … nun ja. Wie so vieles 😉

  2. Vanades on 15. November 2011 at 18:24 said:

    Ja nicht, wie so vieles…

    Ich habe auch manche Bücher, wo ich mich hinterher nicht so ganz erinern kann, warum ich bestimmte Sachen mochte oder nicht, Kann manchmal ein guter Grund sein, die Bücher nochmal zu lesen.

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